Sechs Werkzeuge, ein Sport, sehr unterschiedliche Wirkungen
Wenn ich mit Cricket-Wettern aus dem Bekanntenkreis über Boni rede, dreht sich das Gespräch fast immer um den Welcome-Bonus. „100 Prozent bis 100 Euro“ — das ist die Zahl, die alle kennen. Was die meisten übersehen: Es gibt sechs Bonustypen am deutschen Markt, und der Welcome ist davon nur einer. Freebet, Cashback, Quotenboost, Kombi-Bonus, Reload und vereinzelt No-Deposit-Aktionen — jedes Werkzeug folgt einer eigenen Logik, und jedes wirkt auf Cricket anders als auf Fußball oder Tennis.
Dieser Artikel ist keine Umsatzbedingungen-Analyse — die Mechanik des Wagerings habe ich an anderer Stelle ausführlich zerlegt. Und es ist kein Anbietervergleich. Es ist eine Werkzeugkunde. Ich gehe jeden Bonustyp einzeln durch, erkläre, wo bei Cricket der Unterschied zu generischen Sportwetten liegt, und ordne am Ende ein, welcher Typ zu welchem Wettprofil passt. Mit der Vorgabe aus dem GlüStV 2021, die Welcome-Boni auf maximal 100 Euro deckelt — abgesehen von expliziten Kombinationen mit Quotenboosts oder Freebets — wird die Werkzeugauswahl in Deutschland zur strategischen Frage. Wer alle Werkzeuge kennt, kombiniert sie, statt nur das erste zu nehmen.
Der Welcome-Einzahlungsbonus: warum 100 Prozent bis 100 Euro Standard ist
Ich erinnere mich an die Zeit vor 2021, als deutsche Anbieter noch mit „200 Euro Bonus“, „500 Euro Bonus“, manchmal „1.000 Euro Bonus“ warben. Heute liest sich das Marketing erstaunlich uniform: „100 Prozent bis 100 Euro“ — bei nahezu jedem GGL-lizenzierten Anbieter. Das ist kein Zufall und kein Marktversagen, sondern Folge einer konkreten Vorschrift im Glücksspielstaatsvertrag von 2021, die Sportwetten-Boni auf maximal 100 Euro begrenzt. Höhere Werte sind nur in Verbindung mit Quotenboosts oder Freebets möglich.
Mechanisch funktioniert der Welcome-Einzahlungsbonus als Matching-Verhältnis. „100 Prozent bis 100 Euro“ bedeutet: Du zahlst einen Betrag X ein, der Anbieter legt denselben Betrag obendrauf, gedeckelt bei 100 Euro. Eine Einzahlung von 50 Euro bringt 50 Euro Bonus. Eine Einzahlung von 100 Euro bringt 100 Euro Bonus. Eine Einzahlung von 200 Euro bringt — überraschend — auch nur 100 Euro Bonus, weil der Deckel greift. Die volle Aktion erfordert also eine Mindesteinzahlung, die in der Höhe genau dem Bonus-Maximum entspricht.
Diese Standard-Formel hat zwei direkte Folgen für Cricket-Wetter. Erstens: Der maximale absolute Bonusbetrag ist deutlich niedriger als in europäischen Nachbarmärkten, was den Erwartungswert pro Bonus-Aktivierung begrenzt. Zweitens: Die Frage, welcher Anbieter den „besseren“ Welcome bietet, wird nicht über die Bonushöhe entschieden, sondern über die Mechanik dahinter — Wagering-Faktor, Mindestquote, Cricket-Beitragsquote und Frist.
Ein praktischer Vergleichsfall: Anbieter A bietet 100 Euro Welcome mit 5x Wagering, Mindestquote 1,80, Cricket zu 50 Prozent angerechnet, 30 Tage Frist. Anbieter B bietet 100 Euro Welcome mit 6x Wagering, Mindestquote 1,50, Cricket zu 100 Prozent angerechnet, 60 Tage Frist. Auf dem Papier sieht Anbieter A günstiger aus. In der Praxis ist Anbieter B deutlich einfacher freizuspielen, weil die volle Cricket-Anrechnung den faktischen Wagering-Aufwand halbiert und die niedrigere Mindestquote die Marktauswahl verdoppelt. Mehr zur exakten Mechanik dieser Vergleiche steht in einem separaten Beitrag zur Werbeformel „100 Prozent bis 100 Euro“ und ihrer tatsächlichen Bedeutung.
Was der Welcome-Bonus nicht kann: Er ist nur einmalig pro Anbieter aktivierbar, und das LUGAS-Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat anbieterübergreifend begrenzt, wie viele Welcomes parallel überhaupt sinnvoll genutzt werden können. Wer schnell drei Welcomes hintereinander aktivieren will, stößt nach 700 oder 800 Euro Einzahlungsvolumen an die Grenze und muss warten.
Aus meiner Praxis: Der Welcome ist der einzige Bonustyp, der mit jeder ersten Einzahlung automatisch kommt. Das macht ihn psychologisch zur Standardoption — aber strategisch wäre es oft sinnvoller, den Welcome aufzuheben und gezielt vor einem Großturnier wie der IPL einzulösen, statt in einer marktarmen Phase Mitte Sommer.
Die Freebet: warum der Einsatz beim Gewinn verschwindet
Die häufigste Frustration mit Freebets entsteht nach dem ersten Gewinn. Du setzt eine 20-Euro-Freebet auf eine Quote 2,50, das Ergebnis stimmt, du bekommst — nicht 50 Euro, sondern 30 Euro. Der Einsatz verschwindet. Das ist kein Fehler, das ist der Konstruktionsunterschied zwischen Freebet und Cash-Wette.
Bei einer normalen Cash-Wette setzt du 20 Euro echtes Geld ein. Bei einer Quote 2,50 und Gewinn bekommst du 20 Euro Einsatz plus 30 Euro Nettogewinn ausgezahlt — also 50 Euro Brutto. Bei einer Freebet wirst du nur am Nettogewinn beteiligt, weil der Einsatz keine echte Einzahlung war, sondern ein vom Anbieter gestellter Wettkredit. Eine 20-Euro-Freebet auf Quote 2,50 ergibt im Gewinnfall 30 Euro Auszahlung, nicht 50 Euro.
Diese Stake-Logik verändert die Bonusbewertung grundlegend. Eine 20-Euro-Freebet ist nicht „20 Euro Wert“, sondern hat einen Erwartungswert, der von der Quote abhängt, auf die sie gesetzt wird. Bei niedrigen Quoten wird ein großer Teil des Werts vom verlorenen Stake aufgefressen. Bei hohen Quoten — Cricket-Outright-Märkte etwa — bleibt deutlich mehr übrig, gemessen am eingesetzten Bonus-Wert. Mein Daumenwert: Freebets entfalten ihren echten Wert ab Quoten um 3,00 aufwärts.
Am deutschen Cricket-Markt sind reine Freebets selten als eigenständige Welcome-Aktion. Sie kommen meist als Sub-Komponente größerer Pakete — etwa „100 Euro Welcome plus 10 Euro Freebet“ — oder als Verlust-Rückerstattung im Risikofrei-Modell, bei dem die erste Cricket-Wette bei Verlust als Freebet zurückgegeben wird. Das ist nicht das Gleiche wie eine echte No-Deposit-Freebet.
In der Bonus-Wagering-Anrechnung verhalten sich Freebets ungewöhnlich. Bei vielen Anbietern zählen sie überhaupt nicht zum Wagering. Sie sind eine separate Aktion mit eigenen Regeln. Ich rate, vor jeder Freebet-Nutzung explizit zu prüfen, ob sie zum laufenden Welcome-Wagering beiträgt oder nicht — sonst kann eine vermeintlich kostenlose Wette die strategische Allokation des Bonus-Topfs verzerren.
Cashback: wie Verlust-Rückerstattung mathematisch wirklich aussieht
„Cashback“ klingt nach echtem Geld zurück. In den seltensten Fällen ist es das. Am deutschen Cricket-Markt funktioniert Cashback fast immer als Bonusgutschrift, nicht als Auszahlung — das heißt, der „zurückgegebene“ Betrag landet erneut im Bonus-Topf und muss mit Wagering freigespielt werden, bevor er auszahlbar ist.
Mechanisch gibt es zwei dominante Varianten. Die wöchentliche Cashback-Aktion gibt einen prozentualen Anteil des Nettoverlusts der Vorwoche zurück, typischerweise zwischen 5 und 15 Prozent, gedeckelt bei einem Maximalbetrag. Die ereignisbezogene Cashback-Aktion erstattet den Einsatz einer einzelnen Cricket-Wette, wenn ein definiertes Ereignis eintritt — etwa „wenn dein Tipp im Drilling-Markt einen Run an zweiter Stelle verfehlt“. Die zweite Variante ist Marketing-Tool, nicht echter Verlustpuffer.
Die Berechnungsgrundlage ist der Punkt, an dem der versprochene Wert oft schmilzt. Wird auf Bruttoverlust gerechnet, fallen alle gewonnenen Wetten heraus, und der Cashback-Betrag entspricht ungefähr dem, was der Spieler intuitiv erwartet. Wird auf Nettoverlust gerechnet — also Verluste minus Gewinne — und du hattest eine ausgleichende Gewinnwoche, kann der Cashback bei null landen, selbst wenn du faktisch hunderte Euro umgesetzt hast. Welche Variante gilt, steht in den AGB. Ich prüfe immer zuerst diesen Punkt, bevor ich eine Cashback-Aktion strategisch einplane.
Für Cricket-Wetter mit volatilen Wochenresultaten — Live-T20-Wetten haben höhere Varianz als Test-Cricket-Outrights — ist Cashback ein nominaler Sicherheitspuffer, der den real spürbaren Verlust auf etwa 85 bis 95 Prozent reduziert. Das ist nicht nichts, aber es ist auch keine Verdoppelung der erwarteten Auszahlung. Wer Cashback strategisch nutzen will, sollte den Mindest-Verlust-Schwellenwert prüfen — viele Aktionen greifen erst ab 50 oder 100 Euro Nettoverlust, was bei kleinen Einsätzen die Aktion zur Nullnummer macht.
Ein weiterer Punkt aus der Praxis: Cashback-Gutschriften haben oft eine eigene, oft kurze Wagering-Frist — sieben oder vierzehn Tage. Wer eine Cashback-Erstattung im Juli bekommt und in der gleichen Frist kein laufendes Cricket-Turnier hat, kann den Betrag faktisch nicht freispielen. Das macht die Aktion für saisonale Wetter weniger wertvoll als die Werbung nahelegt.
Quotenboost: der einzige Bonus mit sofort sichtbarem Erwartungswert
Quotenboost ist der Bonustyp, den ich persönlich am liebsten habe — nicht weil er großzügig ist, sondern weil er als einziger keinen Wagering-Trick versteckt. Du siehst die Original-Quote, du siehst die geboostete Quote, die Differenz ist deine zusätzliche potenzielle Auszahlung. Punkt.
Mechanisch hebt der Quotenboost eine konkrete Wettquote um einen Aufschlag, der typischerweise zwischen 10 und 30 Prozent liegt. Bei Cricket sind das oft Match-Winner-Märkte zu IPL-Spielen, Top-Bowler-Boosts oder Tournament-Outright-Quoten in der Pre-Turnier-Phase. Aus einer Quote 1,80 wird zum Beispiel 2,10, aus einer Quote 3,00 wird 3,40. Der maximale Einsatz, auf den der Boost angewendet wird, ist meist gedeckelt — typisch 10 bis 50 Euro.
Der Erwartungswert lässt sich direkt berechnen. Wenn die Original-Quote 1,80 dem fairen Marktwert ohne Anbieter-Marge entspricht, ist die geboostete Quote 2,10 ein klarer Spielervorteil von rund 16,7 Prozent pro Wett-Euro. In der Realität enthält die Original-Quote schon eine Bookmaker-Marge von typischerweise 5 bis 8 Prozent — der „echte“ faire Wert wäre also höher als 1,80. Der Boost auf 2,10 bringt damit netto-netto einen positiven Erwartungswert von 8 bis 12 Prozent. Das ist mathematisch attraktiv und einer der wenigen Fälle im Sportwetten-Bereich, in denen ein Anbieter dem Spieler vorübergehend Vorteil einräumt.
Der Pferdefuß: Quotenboosts zählen in den meisten AGB nicht zum Wagering eines parallel laufenden Welcome-Bonus. Sie sind eigenständige Aktionen mit eigenen Regeln. Wer einen Quotenboost nutzt, während er gleichzeitig einen Welcome-Bonus freispielt, gewinnt entweder beim Boost oder beim Welcome — selten an beidem. Strategisch sinnvoll ist, Quotenboosts außerhalb laufender Wagering-Phasen zu nutzen oder gezielt im Anschluss an das abgeschlossene Wagering.
Eine Eigenheit bei Cricket: Quotenboosts auf Top-Bowler-Märkte oder Method-of-Dismissal-Selektionen werden von Anbietern bewusst sparsamer ausgespielt als auf Match-Winner-Märkte, weil die Marktstruktur höhere natürliche Volatilität hat und der Anbieter sich gegen unerwartete Auszahlungsspitzen schützen will. Wer auf solche Sub-Märkte spezialisiert ist, findet weniger Boost-Möglichkeiten als Match-Winner-Wetter.
Kombi- und Akku-Bonus: Aufschlag-Mathematik gegen Cricket-Marktbreite
Kombi-Boni sind das Werkzeug, das auf dem Papier am attraktivsten klingt und in der Cricket-Praxis am häufigsten scheitert. Eine typische Aufschlag-Staffel sieht aus: 5 Prozent ab drei Selektionen, 10 Prozent ab fünf, 25 Prozent ab acht, bis zu 100 Prozent ab zehn oder mehr. Bei einer Kombi mit Gesamtquote 8,0 und 25-Prozent-Aufschlag bekommst du 10,0 ausgezahlt statt 8,0 — sieht nach einem klaren Mehrwert aus.
Das Problem bei reinem Cricket: Du brauchst fünf oder mehr unabhängige Cricket-Wetten mit Mindestquoten, die jeweils das Wagering qualifizieren. An einem IPL-Spieltag mit zwei Spielen sind das vier Match-Halbzeiten und vielleicht zwei Top-Bowler-Märkte mit ausreichender Quote — knapp am Minimum. Außerhalb der Großturnierphasen ist die Marktbreite zu schmal. In der Praxis bedeutet das: Cricket-Kombi-Boni werden fast immer in gemischten Multisport-Akkus genutzt, kombiniert mit Tennis, Basketball oder Eishockey.
Der zweite Aspekt: Bei einer Kombi muss jede einzelne Selektion gewinnen. Die Gewinnwahrscheinlichkeit einer Fünfer-Kombi mit Einzelwahrscheinlichkeiten um 55 Prozent liegt rechnerisch bei etwa 5 Prozent. Auch mit 25 Prozent Aufschlag ist der Erwartungswert einer solchen Kombi negativ, sofern die Selektionen nicht gezielt einen positiven Edge gegen den Anbieter haben. Der Aufschlag macht aus einer schlechten Wette keine gute, er macht eine ohnehin schlechte Wette nur weniger schlecht.
Strategisch nutze ich Kombi-Boni gelegentlich am IPL-Spieltag-Doppelpack, wenn vier oder fünf Wetten zur Verfügung stehen, deren Einzelquoten ich sportlich vertretbar finde. Außerhalb solcher Konstellationen ist der Kombi-Bonus für reinen Cricket-Fokus ein nominaler Vorteil ohne praktische Anwendung.
Eine technische Eigenheit: Bei Cashout während einer laufenden Kombi greift der Kombi-Aufschlag in den meisten AGB-Varianten nicht. Der Cashout berechnet sich auf Basis der Original-Quoten, der Aufschlag wird verworfen. Wer eine Cricket-Kombi mit Aufschlag laufen hat und vor dem letzten Spiel Cashout nutzt, opfert genau den Bonus-Anteil, den er aktivieren wollte.
Reload-Bonus: warum Bestandskunden härtere Bedingungen bekommen
Bei Reload-Boni fragen mich Wetter oft: „Warum bekomme ich als Bestandskunde schlechtere Konditionen als Neukunden?“ Die Antwort ist betriebswirtschaftlich. Reload-Boni sind nicht durch den 100-Euro-Welcome-Bonus-Deckel des GlüStV 2021 begrenzt — sie können also höhere absolute Beträge versprechen, kommen aber mit strengeren Wagering-Bedingungen, weil der Anbieter dich bereits als zahlenden Kunden kennt und sein Risiko anders kalkuliert.
Typisch sind Reload-Boni in der Form „25 Prozent bis 200 Euro“ oder als Pauschal-Boni für eine Wieder-Einzahlung nach längerer Inaktivität. Die Wagering-Anforderung liegt häufig bei 6x statt 5x, manchmal ist die Mindestquote höher als beim Welcome — etwa 2,00 statt 1,80 — und Cashout während des Wagerings wird oft explizit ausgeschlossen. Die Frist ist meist kürzer, weil der Anbieter aktive Wettung in einem begrenzten Zeitraum anreizen will.
Bei Cricket bedeutet das: Ein Reload-Bonus, der während einer IPL-Saison angeboten wird, kann strategisch sinnvoll sein, weil die Marktbreite das Wagering trägt. Derselbe Bonus außerhalb von Großturnieren ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Falle, weil 6x Wagering bei 50-Prozent-Cricket-Beitragsquote und höherer Mindestquote in einer marktarmen Phase faktisch nicht erfüllbar ist.
Der zweite Aspekt: Reload-Boni werden oft als Push-Benachrichtigung oder E-Mail-Aktion ausgespielt, mit kurzfristigen Aktivierungsfenstern von 24 bis 72 Stunden. Das erzeugt Zeitdruck und führt dazu, dass Wetter die Aktion ohne AGB-Prüfung annehmen. Ich rate, Reload-Aktionen wie jede andere Bonus-Entscheidung durch die vier Variablen — Rollover, Mindestquote, Beitragsquote, Frist — zu prüfen, bevor die Einzahlung getätigt wird.
Praxis: Manche Anbieter staffeln Reload-Boni nach Loyalitäts-Tier. VIP-Wetter mit hohem Umsatzvolumen bekommen bessere Konditionen — etwa 5x statt 6x Wagering oder verlängerte Fristen. Diese Differenzierung ist selten transparent kommuniziert und wird oft nur auf direkte Nachfrage beim Support sichtbar.
Bonus ohne Einzahlung: was deutsche Anbieter wirklich liefern
Die No-Deposit-Aktion ist im internationalen Markt geläufig — in Deutschland aber deutlich seltener als die Werbung vermuten lässt. Echte No-Deposit-Boni, bei denen du ohne jede eigene Einzahlung Wettgeld vom Anbieter bekommst, sind bei GGL-lizenzierten Anbietern fast nicht zu finden. Was es gibt: Risikofrei-Modelle.
Im Risikofrei-Modell platzierst du eine erste qualifizierende Cricket-Wette mit deinem eigenen Geld. Verliert sie, bekommst du den Einsatz als Freebet zurück — typisch gedeckelt bei 10, 20 oder 50 Euro. Gewinnt sie, behältst du den Gewinn wie bei einer normalen Wette, der Risikofrei-Bonus verfällt ungenutzt. Das ist kein echter No-Deposit-Bonus, sondern eine Erstwetten-Versicherung. Die Bezeichnung „ohne Einzahlung“ trifft technisch zu, weil die Freebet erst entsteht, nachdem deine ursprüngliche Wette verloren ist — ein zweiter Einsatz ist nicht nötig.
Die Wert-Einschätzung dieser Aktion hängt am Quotenniveau, auf das die erste Wette gesetzt wird. Eine Risikofrei-Wette mit Quote 1,80 hat eine Gewinnwahrscheinlichkeit von rund 55 Prozent. In 55 Prozent der Fälle verfällt der Bonus, in 45 Prozent erhältst du die Freebet. Die Freebet wiederum hat den schon beschriebenen Werteinschnitt durch den verlorenen Stake — sie ist also keine 1-zu-1-Erstattung des ursprünglichen Einsatzes.
Für Cricket-Neulinge ist das Modell trotzdem interessant, weil es das Anfangsverlust-Risiko bei der ersten Cricket-Wettung dämpft. Wer das Marktverständnis noch aufbaut und mit hoher Wahrscheinlichkeit erste suboptimale Wetten platziert, hat eine eingebaute zweite Chance. Strategisch sollte die erste Wette auf eine Quote zwischen 1,80 und 2,20 platziert werden — niedrigere Quoten machen die Versicherung selten relevant, höhere Quoten reduzieren die Wahrscheinlichkeit, die Freebet überhaupt zu aktivieren.
Ein technischer Punkt, der oft übersehen wird: Risikofrei-Aktionen schließen das Wagering der gewonnenen Cash-Wette häufig nicht in einen parallel laufenden Welcome-Bonus ein. Wer beide Aktionen gleichzeitig nutzt, muss prüfen, ob die Cash-Wette anrechenbar ist oder als separate Risikofrei-Wette behandelt wird. Diese AGB-Detailfrage entscheidet, ob die Aktion ein Add-on zum Welcome ist oder ein Ersatz für die erste Welcome-Wette.
Welcher Typ zu welchem Wetter passt
Nach sechs Bonustypen die offene Frage: Welches Werkzeug für welchen Wetter? Ich versuche, das anhand von vier typischen Profilen einzuordnen, ohne in Personas zu rutschen.
Der Gelegenheitswetter mit ein bis zwei Cricket-Wetten pro Monat: Welcome-Bonus ist meist die rationale erste Wahl, weil der Mehrwert pro Bonus-Aktivierung am höchsten ist. Reload und Cashback lohnen sich für dieses Profil kaum, weil das Einsatzvolumen unter den Mindest-Schwellen bleibt. Risikofrei-Modelle sind als Einstieg sinnvoll, um Anbieter auszuprobieren, ohne sofort Cash-Risiko einzugehen.
Der aktive Cricket-Wetter, der die IPL als Saison verfolgt und 50 bis 200 Euro pro Monat einsetzt: Welcome plus Reload plus gelegentliche Quotenboosts ist die typische Bonus-Stack-Strategie. Die Reload-Boni werden während der IPL-Saison aktiviert, wenn die Marktbreite das Wagering trägt. Quotenboosts auf Match-Winner-Märkte werden gezielt genutzt, ohne den Welcome-Wagering zu blockieren.
Der Multi-Anbieter-Wetter mit Line-Shopping-Ansatz: Welcome-Boni von zwei oder drei GGL-Anbietern werden parallel aktiviert, gestaffelt nach LUGAS-Limit. Kombi-Boni werden in Multisport-Akkus genutzt. Cashback wird als Volatilitätspuffer eingerechnet, ohne strategisch erwartet zu werden. Dieses Profil ist anspruchsvoll, weil es Buchhaltung über mehrere Konten und parallele Wagering-Fristen erfordert.
Der Outright-fokussierte Long-Term-Wetter, der überwiegend auf Tournament-Sieger oder Test-Cricket-Serien setzt: Quotenboost auf Pre-Turnier-Outrights ist das wichtigste Werkzeug. Welcome-Bonus ist nur dann sinnvoll, wenn die Frist zumindest ein Turnier-Wettfenster abdeckt — bei Test-Cricket-Serien sind 100-Tage-Fristen oft eng. Cashback und Reload sind für dieses Profil typischerweise nicht wertstiftend.
Was bei diesen Profilen mitschwingt: Der Cricket-Wettmarkt in Deutschland ist ein wachsender, aber strukturell anderer Markt als Fußball. Mark Richardson vom THCC Rot-Gelb Hamburg hat den Wachstumstreiber prägnant zusammengefasst — Cricket wachse und gedeihe in Deutschland, einerseits durch Zuwanderung aus Cricket-spielenden Ländern, andererseits durch die erfolgreiche Jugendarbeit der Vereine. In Deutschland spielen nach DCB-Angaben rund 6.500 männliche Senioren, 700 Frauen und 1.200 Jugendliche Hardball-Cricket, mit über 180 DCB-Vereinen. Das Marktwachstum spiegelt sich auch in der Anbieter-Bonuslandschaft: Aktionen werden zielgruppenspezifischer, das Cricket-Segment wird differenzierter, und einzelne Anbieter beginnen, Cricket nicht mehr nur als Bestandteil eines Standard-Welcomes anzubieten, sondern mit eigenen Aktionsfenstern rund um IPL, T20-Weltmeisterschaft und Champions Trophy. Wer die Werkzeuge kennt, kann auf diese Differenzierung reagieren.
Die Popularität von Cricket in Deutschland ist zwischen 2019 und 2023 nach Google-Trends-Analysen um das 13-fache gewachsen. Das ist die Basis, auf der Anbieter ihre Cricket-spezifischen Aktionen kalkulieren — und der Grund, warum sich die Werkzeuglandschaft in den nächsten Jahren weiter ausdifferenzieren wird.
